REISEBERATUNG bei

Selbstbestimmt Autistisch 2019 e.V.

In unserer individuellen Beratung schauen wir genau was Du brauchst. Was Dir  gut tut, was Dich entlastet.

1. Reiseplanung mit Struktur

Wähle einen festen Reiseablauf: 
Zeitplan, Aktivitäten, Ruhezeiten.

Nutze visuelle Zeitpläne oder soziale Geschichten, um Abläufe zu erklären.

Plane realistische Tagesetappen – mit ausreichend Pausen.

Vorab-Informationen sammeln

Fotos oder Videos vom Reiseziel, Hotel, Flughafen usw.

Google Street View kann helfen, sich virtuell vorzubereiten.

Viele Museen oder Freizeitparks haben virtuelle Rundgänge.


Vermeidung von Reizüberflutung

Wähle ruhige Reisezeiten (z. B. Nebensaison, unter der Woche).

Sitzplätze abseits von Menschenmengen (z. B. im Flugzeug oder Zug).

Geräuschunterdrückende Kopfhörer mitnehmen.


Packliste mit Reiz- oder Stressmanagement

Noise-Cancelling-Kopfhörer oder Ohrstöpsel

Sonnenbrille oder Mütze mit Schirm (bei Lichtempfindlichkeit)

Reizarmes Spielzeug, Fidget Spinner, Knautschbälle

Vertrautes Essen oder Snacks

Beruhigende Apps oder Musik

  Tipps

Flugzeug

Hidden Disabilities Sunflower: Viele Flughäfen erkennen das Symbol als Hinweis auf unsichtbare Behinderungen. Damit gibt es oft mehr Verständnis und Unterstützung.

Nutze den PRM-Service („Passengers with Reduced Mobility“).

Erkläre dem Personal ggf. im Voraus per E-Mail deine Situation.

Frühes Boarding anfragen – um Stress beim Einsteigen zu vermeiden.

Wer einen SBA hat, sollte diesen nutzen um sich so viel als möglich abzunehmen. Denn Reisen ist anstrengend.

Bahn & Bus

Die Deutsche Bahn bietet "Mobilitätsservice": Einstiegshilfe, Reservierungen, ruhige Bereiche.

Erste-Klasse-Tickets bieten mehr Platz und Ruhe (mit BahnCard/SBA oft günstiger).

Bei Flixbus ggf. Sitzplatz vorne oder hinten reservieren – weiter weg von Gruppen.

 Unterkunft

Ruhiges Zimmer verlangen (nicht direkt an Fahrstuhl oder Straße).

Selbstversorger-Unterkunft (z. B. Ferienwohnung) kann mehr Kontrolle und Ruhe geben.

Hotel vorher kontaktieren: Gibt es Rückzugsräume, kleine Küche, flexible Essenszeiten?

 Unterstützung & Barrierefreiheit

Autismusfreundliche Anbieter

Einige Hotels, Freizeitparks oder Museen sind auf Menschen im Autismus-Spektrum vorbereitet.

Es gibt auch Reiseveranstalter, die sich auf barrierefreies Reisen spezialisiert haben.

Begleitpersonen & Assistenz

Manche Menschen reisen lieber mit einer vertrauten Person.

In Deutschland können Personen mit "B"-Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis kostenfrei eine Begleitperson mitnehmen (z. B. in der Bahn).

Autismus Deutschland & Vereine

Bieten teilweise Reisebegleitung, Beratung oder Austauschmöglichkeiten.

Facebook-Gruppen oder Foren: "Autismus & Reisen" – mit Tipps von Betroffenen.

 Alternative Ideen

Urlaub zu Hause ("Staycation") mit Tagesausflügen.

Autismusfreundliche Urlaubsorte: z. B. Nordseeinseln, ruhige Wandergebiete, kleine Ferienparks.

Kreuzfahrten mit ruhigem Deckbereich oder Kabine mit Balkon.

 VORBEREITUNG IST ALLES !

Packliste für Autist*innen

 Mit Fokus auf Selbstbestimmung & neurodivergente Bedürfnisse

In Anlehnung an die Haltung des LAAMKA-Teams („Selbstbestimmt Autistisch2019e.V.“)

„Nicht gegen, sondern mit der Reizverarbeitung leben – mit Planung, Sicherheit und Raum für eigene Entscheidungen.“ – LAAMKA

 Was ist wichtig bei der Reisevorbereitung?

 Das LAAMKA-Team betont:


Selbstbestimmung über den eigenen Alltag, auch auf Reisen

Individuelle Reizregulation statt Anpassungsdruck

Zugänglichkeit, Planung und Rückzugsmöglichkeiten als Schlüssel zur Teilhabe

Diese Haltung spiegelt sich auch in dieser Packliste wider.

Basis Packliste:

 Reizregulation & Selbstberuhigung

Noise-Cancelling-Kopfhörer und Ohrstöpsel

Sonnenbrille
Basecap oder Kapuze

Reizspielzeuge:
Knautschball
Fidget
 Pop-It
oder was dich sonst beruhigt 

Beruhigende Texturen: 
Stofftier
 Decke
 Glitzerschlauch 

Beruhigende Düfte (z. B. Lavendelöl, Eukalyptusstift)

Eigene Musik
Podcasts
Handy
 Konsole

Reizarme Snacks (bekannt, angenehm, vorhersehbar)

Struktur & Sicherheit

Tages- und Wochenplan (visuell oder textbasiert)

To-do-Listen und Checklisten zur Selbstorganisation

GPS-Tracker oder AirTag (v. a. bei Angst vor Verlaufen)

Autismus-Ausweis und
Hidden Disabilities

Ausdrucke mit Hoteladresse, Telefonnummern, Notfallinformationen

Foto oder Beschreibung des Reiseziels zur Orientierung ( falls das Handy nicht direkt geht)

Barrierefreie Apps zur Routenplanung
Unbedingt eine eigene Wasserflasche ( am Flughaven kann man am Gate diese mit Wasser oder einem Getränk füllen. Je nach Fluglänge sehr wichtig auch zur Kopfschmerzvorbeugung

Vertrautes & Schutz

Eigene Decke 
Kissen für vertrauten Geruch

Bekannte Pflegeprodukte
 Reinigungsmittel

Lieblings - Kleidung 

Ersatzkleidung griffbereit bei Meltdown-Gefahr

Tragebares Rückzugsobjekt (z. B. Hoodie mit Kopfhörer, Kapuze)

Kommunikation & Teilhabe

Notizblock für schriftliche Kommunikation

Unterstützte Kommunikation Talker,Tablett

Satzbausteine auf Papier oder Handy für öffentliche Situationen

Symbolkarten für Bedürfnisse (z. B. Toilette, Pause, „bitte nicht sprechen“) hier gibt es viele Möglichkeiten

Beruhigende oder kraftspendende Affirmationen / Selbstregulationssätze

 LAAMKA-Tipp:

Selbstbestimmtes Reisen beginnt nicht erst am Ziel, sondern bei der Planung.

Daher wichtig:

Plane Reisezeiten, die dir guttun – z. B. nicht zu früh, nicht zu voll und immer so früh als möglich.

Wähle Unterkünfte mit Rückzugsräumen oder Selbstversorgung.

Setze eigene Grenzen – du musst nicht „alles erleben“.

Bereite dich mit sozialen Geschichten auf Abläufe vor (Check-in, Zugfahrt, Essenssituation).

Sprich mit Reisebegleitungen vorher über deine Bedürfnisse und Regeln.

Melde dich gerne! Mehr Infos zum Reisen gibt es hier